Finanzierung bei zwangsversteigerung ohne ek – seite 5 – baufinanzierung forum c gastronomie

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Rein von den Anfangsbedingungen her hätten uns doch die meisten hier im Forum definitiv abgeraten, weil zu viel Risiko (wenig/kaum EK, fast 50% des monatlichen Nettos ging für das Haus drauf) und die Anschlussfinanzierung nach den 10/15 Jahren war auch noch in den Sternen.

Dadurch haben wir zwar einige Sachen am Haus gemacht, aber das waren mehr "Verschönerungen" (Markise, Sockelputz, Haus außen anstreichen, neue Fliesen/Laminat im Erdgeschoß), die wir machen wollten, um uns noch wohler zu fühlen, und nicht machen mussten, weil es notwendig war. Wertsteigernd haben wir in den letzten 10 Jahren nur eine neue Heizung (Gas-Brennwert, mein Mann arbeitet aber in der Branche, daher nicht so teuer, er hat sie auch selber ausgetauscht), ein kleines Dachflächenfenster und eine PV-Anlage eingebaut. Dieses Jahr kommt dann auch ein neues Badezimmer rein.

Und mal ehrlich, klar, es KANN viel Schlechtes passieren (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung…), aber genau so gut KANN eben auch Einiges für eine Finanzierung Hilfreiches passieren, z.B. superguter neuer Job mit höherem Gehalt, eine Erbschaft….und dann muss jeder für sich eben abwägen, wie wahrscheinlich ist es, dass entweder das eine oder das andere eher eintrifft.

Für uns hat es sich eher positiv entwickelt – was wir vor 10 Jahren aber auch noch nicht wussten/ahnten: mein Mann hat eine besser bezahlte Stelle angenommen, ich habe zwar meinen Job "verloren", aber durch eine dicke Abfindung, die ich deshalb bekam, konnten wir mehrere Jahre die Sondertilgungsmöglichkeiten im Annuitätendarlehen voll ausschöpfen. Jetzt habe ich wieder einen guten neuen Job, der auch recht sicher ist.

Alles das hat dazu geführt, dass wir nun nach 10 Jahren – in denen wir, wie Aikido schon zu recht anmerkte, unsere Kinder in unserem Haus in schöner Umgebung aufziehen konnten und es genießen konnten – mit der Anschlussfinanzierung die Restschuld komplett bis zum Ende durch haben und somit wohl in weiteren 10 Jahren, mit Mitte 50 (also weit vor Rentenbeginn), schuldenfrei sind.

Damit will ich nicht sagen, dass sich wirklich jeder heute in eine Immobilienfinanzierung stürzen soll, aber ich denke auch nicht, dass sich nur jemand eine Immobilie leisten können "darf", der mindestens 30% Eigenkapital hat. Die hatten wir nämlich mitnichten, bei uns war es ja auch fast eine 100%-Finanzierung. Und trotzdem sieht es heut, nach 10 Jahren, sehr gut aus.

Wobei ich sagen muss, dass ich die heutigen Immobilienpreise hier bei uns wahnsinnig hoch finde – unser Haus (Doppelhaushälfte) würde wahrscheinlich (wenn ich mir den Markt hier so angucke) mittlerweile für locker 400.000 Euro weggehen. Hier werden in der Nachbarschaft 60er-Jahre-Reihenmittelhäuser mit vergleichbarerer Grundstücksgröße wie unser Grundstück für 300.000 Euro und mehr angeboten – und das unrenoviert, mit alten Bädern, Heizung etc.

Wenn ich heutzutage unser Haus zu dem viel höheren Preis finanzieren müsste, würde ich auf jeden Fall bei den heutigen günstigen Zinsen definitiv eine viel höhere Tilgung wählen, alles andere wäre ein finanzielles Desaster in 10-15 Jahren, wenn die Verlängerung anstände und wenn dann noch eine recht hohe Restschuld neu finanziert werden müsste.